Meine Daten und ich – Wenn die Sicherheit die Bürgerrechte bedroht
28. Juli 2009 von Sebastian EhrhardtNetterweise wurde mir zur Rezension von GMfilms der Film Meine Daten und ich – Wenn die Sicherheit die Bürgerrechte bedroht zur Verfügung gestellt.
Der Film von Philipp Eichholtz erzählt die Geschichte des fiktiven Filmemachers Axel Ranisch, der im Rahmen eines Dokumentarfilms Antworten bei unterschiedlichen Politikern und Gruppierungen sucht, die sich ihm im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung und natürlich dem neuen BKA-Gesetz stellen. Immer mehr gelangt er dabei beruflich und privat an seine Grenzen um sein Ziel, einen Film über Datenskandale, Überwachungsgesetze, Ausspähung etc. zu Ende zu bringen.
“Wenn ich immer höre, wir seien auf dem Weg in den Überwachungsstaat, so muss ich sagen: Technisch sind wir bereits angekommen. Die technische Infrastruktur ist bereits da.” (Dipl. Inf. Constanze Kurz, Pressesprecherin des Chaos Computer Clubs)
Der Film beschreibt auf unterhaltsame Weise im Rahmen einer fiktionalen Rahmenhandlung, wie sich der Staat schleichend immer mehr hin zum Überwachungsstaat entwickelt und zeigt anhand des fiktiven Filmemachers die Hilflosigkeit des Einzelnen in dieser Situation auf. Er verwebt Fiktion und Realität auf gekonnte Weise, ohne dabei aber die realen Fakten zu verwischen.
Wünschenswert wäre zwar gewesen, wenn die Untersuchung mehr im Sinne des investigativen Journalismus enthüllend und aufdeckend (im Stile von Michael Moore) und die Interviews nicht ebenfalls fiktiv durch den Filmemacher Ranisch von statten gegangen wären. Aber auch so erfährt man die unterschiedlichen Ansichten der Politikern (z.B. Wolgang Bosbach), Gruppierungen (z.B. FoeBud e.V.), Aktivisten etc. zu den angesprochenen Themen inhaltlich gut dokumentarisch aufbereitet und durchaus interessant für jeden, der sich mit dem Thema Datenschutz beschäftigt oder erstmalig beschäftigen möchte.
Die Problematik wird dabei zum ersten Mal filmisch in einem Langspielfilm thematisiert, um zum Einen die Menschen überhaupt darauf aufmerksam zu machen, was mit ihren Daten geschieht und zum Anderen, um die verschiedenen Standpunkte der Parteien und Gruppierungen zusammengefasst aufzuzeigen. Die DVD bietet neben umfassendem Bonusmaterial (ebenfalls in Interviewform) zur Vorratsdatenspeicherung, der Online Durchsuchung und dem biometrischen Reisepass auch einen Audiokommentar zum kompletten Film, die in jedem Fall mehr als einen Blick wert sind.
Hier findet Ihr den Trailer zum Film:
Abschließend noch ein Appell des fiktiven Regisseurs Axel Ranisch:
“Wehrt euch, interessiert euch, passt auf eure Daten auf!”
Der Film erscheint am 31. Juli 2009 bei good!movies/GMfilms auf DVD.
Fakten zur DVD:
Regie, Drehbuch: Philipp Eichholtz
Dauer Hauptfilm: 79min
Boni: zusätzliche Interviews, Audiokommentar (ca. 45min)
Anbieter: GMfilms (Vertrieb: good!movies/indigo)
Webseite: www.meinedatenundich.de
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Webseite | 31. Juli 2009 um 12:02 Uhr
[...] Einen Trailer sowie eine Rezension konntet ihr bereits vor ein paar Tagen hier finden. [...]
Webseite | 31. Juli 2009 um 19:08 Uhr
Für mich ist Datenschutz, ein wichtiges Thema, nicht nur was meine persönlichen Daten angeht. Habe von Berufswegen bisher sehr viel mit persönlichen Daten Anderer zu tun. Da ist Verschwiegenheit das A und O. Auch wenn’s machmal schwer fällt, denn manche Namen etc sind echt zu schießen.
Webseite | 9. August 2009 um 00:29 Uhr
[...] hatte ja in den Linktipps hier auf die DVD “Meine Daten und ich” hingewiesen. Nicht nur, um bei dem Gewinnspiel teil zu nehmen, sondern auch, weil mir Datenschutz [...]