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Reihe: Studium IT- und Medienrecht – Erfahrungsbericht aus Passau

22. Dezember 2009 von Sebastian Ehrhardt

Mitte Dezember 2009 konnte ich mein Schwerpunktstudium im IT- und Medienrecht an der Universität Passau abschließen. Auf netzrecht möchte ich allen Interessierten (dies dürften überwiegend angehende Studenten oder Studenten kurz vor der Wahl ihres Schwerpunktbereichs sein) im Rahmen einer mehrteiligen Reihe einen Überblick verschaffen, wo man das IT- und Medienrecht studieren kann und wie sich dieses genau gestaltet.

IT- und Medienrecht als Schwerpunktbereich
Das Studium des “IT- und Medienrechts” kann in Passau im Rahmen des Schwerpunkts studiert werden. Offiziell läuft das Studium unter dem Namen Informations- und Kommunikationsrecht und ist aufgeteilt in zwei Teilbereiche:

I. Allgemeines Medien- und Informationsrecht
II. Rechtsfragen des E-Government und E-Commerce

Betreut wird der Schwerpunktbereich von Prof. Dr. Dirk Heckmann und Prof. Dr. Ralf Müller-Terpitz.

Curriculum:
Teilbereich 1

  • Grundlagen des Medienrechts
  • Informales Staats- und Verwaltungshandeln
  • Grundlagen des Telekommunikationsrechts
  • Urheberrecht

Teilbereich 2

  • Grundlagen des Rechts der elektronischen Verwaltung (eGovernment)
  • Einführung in das Internetrecht
  • Grundzüge des Datenschutzrechts
  • Blockseminar: Intensivkurs E-Commerce Recht
  • Blockseminar: Vertragsrecht und Vertragspraxis im IT- und Medienrecht
  • Blockseminar: Datenschutz und IT-Sicherheitsrecht

Fakultativ können noch noch folgende themenrelevanten Vorlesungen besucht werden:

  • Rechtsinformatik I
  • Rechtsinformatik II

Prüfungen
In einem der beiden o.g. Teilbereiche muss eine Seminararbeit verfasst werden, im jeweils anderen Teilbereich wird dann eine 3-stündige Klausur geschrieben. Die abschließende mündliche Prüfung umfasst beide Teilbereiche und wird daher auch von beiden betreuenden Professoren geprüft.

Bewertung
Das Studium des IT-Rechts in Passau ist umfassend und schafft einen guten Einblick in die Themenbereiche, mit denen man sich später als IT-Jurist beschäftigen wird. Einzig dem Bereich “IT-Vertragsgestaltung” kommt trotz seiner hohen Praxisrelevanz in meinen Augen zu kurz und könnte als eigenständige Vorlesung gehalten werden. Die Vorlesungen sind auf einem ansprechend hohen Niveau und die Betreuung ist wirklich zufriedenstellend. Studiumsrelevante Anfragen werden in der Regel noch am gleichen Tag beantwortet, selbst wenn die Anfrage erst am Abend gestellt wird. Neben den normalen Vorlesungen finden mehrmals im Laufe des dreisemestrigen Studiums schwerpunktspezifische Blockseminare statt, die von praktizierenden IT-Juristen gehalten werden, was eine praxisorientierte Ausbildung erst ermöglicht. Technische Vorkenntnisse werden zwar nicht vorausgesetzt; wer das IT- und Medienrecht aber vollständig erfassen will, sollte zumindest ein Interesse an technischen Detailfragen haben.

Weiterführende Informationen
- http://www.jura.uni-passau.de/it-recht.html

Eigener Erfahrungsbericht?
Sie studieren zur Zeit selbst das IT- und Medienrecht an einer Universität oder haben das Studium bereits erfolgreich abgeschlossen? Oder Sie haben einen Fachanwaltslehrgang IT-Recht besucht und möchten Ihre Erfahrungen mit anderen teilen? Dann schicken Sie uns einfach eine E-Mail mit ihrem Erfahrungsbericht, den wir dann gerne auf netzrecht veröffentlichen!


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1 Kommentar

  1. Passau – Blog – 22 Dec 2009

    [...] netzrecht – Recht in der digitalen Gesellschaft » Reihe: Studium … [...]

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